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Diese Aufsuchhilfen, Aufsuchkarten sind primär gedacht für die Suche mit dem Fernglas. Auch wenn Sie unter weniger günstigen Bedingungen oder weil Ihr Fernglas zu schwach ist (ich empfehle 8x56 oder 15x70) ein Objekt nicht finden, ist die Arbeit mit diesen Aufsuchkarten eine sinnvolle Übung. Zu wissen, wo das Objekt steht, ist ein wichtiger Schritt auf dem manchmal längeren Weg dahin, es - unter günstigeren Bedingungen - einmal und dann sicher öfter wirklich zu sehen.

Die Abbildungen sind teilweise invertiert (damit wird auch Rot zu Blau und umgekehrt) oder auf schwarz-weiß reduziert. Die Zahl der abgebildeten Sterne ist auf einigen Karten stark verringert gegenüber dem Fernglasanblick. Die als unmittelbare Aufsuchhilfe notwendigen Sterne direkt beim Objekt habe ich gelegentlich in Farbton und Helligkeit intensiviert - was auch der subjektiven trainierten Wahrnehmung entspricht, die Bekanntes verstärkt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit habe ich bei Bedarf leichte perspektivische Verzerrungen vorgenommen.

Zur Einstimmung stelle ich den Kugelsternhaufen M 3 und die Galaxie M 31 vor. M 31, die Andromeda-Galaxie, ist unter günstigen Bedingungen schon mit dem bloßen Auge zu sehen. M 3 ist ein lichtstarker Kugelsternhaufen in einer gut zugänglichen Lage. Kugelsternhaufen sind ideale Fernglasobjekte für den Anfang. Ihr Anblick ist im Glas zwar wenig spektakulär. Aber wir lernen an ihnen, was es am Himmel neben einzelnen Sternen an Objekten zu sehen gibt, die den Laien verborgen bleiben. Dabei üben wir auch die Orientierung mit dem Glas und bereiten uns vor auf das spätere Aufsuchen der Objekte mit dem Teleskop bzw. dem Sucher des Teleskops - der sinnvollerweise eine ähnliche Leistung haben sollte wie ein Fernglas, das wir verwenden, z.B. 8x50.


AUFSUCHHILFE KUGELSTERNHAUFEN M 3

Aufsuchhilfe M3

Den lichtstarken Kugelsternhaufen M 3 finden wir beim hellen Stern Arkturus/Arcturus/Arcturos/Arktur im Sternbild Bärenhüter, wenn wir einer lockeren, breiten Kette von Sternpaaren in Richtung Cor Caroli (Sternbild Jagdhunde) folgen, etwa auf halber Strecke zu Cor Caroli.

AUFSUCHHILFE ANDROMEDA-GALAXIE M 31

Aufsuchhilfe
                Andromeda-Galaxie

Die Andromeda-Galaxie finden wir beim hellen, rötlichen Stern Mirach, wenn wir senkrecht zur Achse Almach-Mirach-Delta Andromedae (alle drei gelblich-rötlich) bei Mirach zwei helleren Sternen, der zweite leicht nach links versetzt, folgen. Etwas rechts oberhalb des zweiten sehen wir die Galaxie.



AUFSUCHHILFE KUGELSTERNHAUFEN M 2

Aufsuchweg Kugelhaufen M2

Die gelblichen Sterne Sadalmelik und Sadalsuud im Sternbild Wassermann führen uns zu M 2. Von Norden her können wir uns an Enif (Pegasus) und vor allem Kitalpha (Fohlen) orientieren (beide nicht auf der Aufsuchkarte). Der auf der Karte gut zu erkennende große Winkel am oberen Bildrand aus drei gelben Sternen Richtung Nord und einem schwächeren sowie einem helleren Sternpaar Richtung West führt uns direkt zum Kugelsternhaufen M 2.


AUFSUCHHILFE HERKULESHAUFEN M 13

Aufsuchkarte
                Herkules-Haufen M 13

M 13 ist einer der markantesten Kugelsternhaufen für das Fernglas. Wir können uns am Viereck des Sternbilds Herkules orientieren. Der zügigste Weg geht allerdings von der Nördlichen Krone/Corona Borealis aus. Vom letzten Kronenstern zur Herkules-Seite hin kommen wir in Verlängerung zu einer sehr markanten Fünferkette, deren mittlerer Stern deutlich dunkler ist als die anderen vier. Verlängern wir diese Linie, kommen wir zur Achse Zeta-Eta Herculis. Dort liegt M 13 nahe bei einem kleinen Stern an dieser Achse.

Einen ganz anderen Charakter hat der etwas lichtschwächere Kugelhaufen M 92 ganz in der Nähe, der schwieriger aufzufinden ist zwischen dem bläulichen (invertiert rötlich) Iota Herculis und dem gelblichen (invertiert bläulich) Eta Herculis, den wir von eben schon kennen. Wir können M 92 auch finden über die gedankliche Konstruktion einer Raute mit Pi Herculis - gelblich, V 819 Herculis und HR 6388/ - gelblich.



AUFSUCHHILFE KUGELSTERNHAUFEN M 15

Aufsuchweg zum Kugelhaufen M15

Eine gute Übung für den Einstieg ist auch das Aufspüren des Kugelsternhaufens M 15. Wir orientieren uns an Altair und Enif. Auf der Achse Enif-Altair liegen zwei Sterne des kleinen Sternbildes Fohlen, Delta und Gamma Equulei. Gamma E. hat einen kleineren Begleiter. Daran sind die beiden Sterne gut zu identifizieren. Schlagen wir auf der Strecke Enif-Gamma E. die Mittelsenkrechte, kommen wir auf dieser zu einem markanten Dreieck, in dessen oberem Bereich M 15 als kleiner grauer Wattebausch im Fernglas sich zeigt.


AUFSUCHHILFE HANTELNEBEL M 27


Aufsuchweg
                Hantelnebel M27

Der schon mit Fernglas gut zugängliche Hantelnebel/Dumbbell Nebula kann über das Sternbild Pfeil/Sagitta erschlossen werden. Von Eta Sagittae geht es über eine senkrecht zur Pfeil-Achse verlaufende Sternekette zu einer quer dazu liegenden Dreierlinie, hinter der dann, zwischen dem mittleren und dem zu Gamma Sagittae orientierten Stern, der Hantelnebel sich als eingebuchtete Helligkeit deutlich zeigt.

Zum Pfeil kommen wir über Altair (Sternbild Adler). Der ist zu identifizieren über seine Helligkeit und den rötlichen (hier invertiert blauen) Nachbarstern Tarazed. In der Nähe liegen auch das strahlende, kompakte Sternbild Delfin und die attraktive Konstellation Kleiderbügel/Coathanger. Der nicht eindeutig bestimmte Kugelhaufen M 71 (er liegt nicht im galaktischen Halo) zeigt sich dem Fernglas bei weniger günstigen Bedingungen nur vage, wenn überhaupt. Schön zu sehen ist die Sternkette westlich von ihm.


AUFSUCHHILFE RINGNEBEL M 57

Aufsuchweg
                Ringnebel M 57

Der auf Fotos so beeindruckende Ringnebel ist im Fernglas nur schwach wahrnehmbar und benötigt bereits etwas Aufsuchroutine. Wir gehen aus von Wega, einem der hellsten Sterne am Nordhimmel. Wir können sie gut identifizieren über den nahen Doppelstern Epsilon Lyrae ("Double Double"). Dann suchen wir das Sternbild Lyra auf und dort die Linie Sulafat-Sheliak. Zwischen einem leicht rötlichen (in der Abbildung invertiert bläulichen) Sternpaar auf der Wega-abgewendeten Seite und einem Dreieck mit rötlicher (invertiert bläulicher) Spitze auf der anderen sehen wir bei dunklem Himmel schwach, bisweilen auch nur aufblitzend M 57, den Ringnebel.

Besuche lohnen auch der doppelte Doppelstern "Double Double" und das Delta Lyrae Cluster/Stephenson 1. Double Double enthüllt sich allerdings erst bei Vergrößerungen ab 100fach als Paar aus zwei Sternpaaren. Der Leier-Sternhaufen umfasst nur 10 Mitglieder und liegt 1.200 Lichtjahre entfernt.


AUFSUCHHILFE EULENNEBEL M 97

Aufsuchkarte
                    Eulennebel

Wir starten bei dunklem Himmel von Merak im Großen Wagen (hintere Ladewand) und folgen einer markanten Sternenlinie, die uns zur etwas schwierigeren Galaxie M 108 führt und weiter über ein flaches Sterne-Dreieck zum Eulennebel, der erst ab 6'' Struktur zeigt, nicht nur diffuse Helligkeit.


AUFSUCHHILFE ROSETTENNEBEL

Aufsuchkarte Rosettennebel

Beim Orion-Stern Betelgeuse finden wir den Rosettennebel, einen diffusen Emissionsnebel mit eingebettetem Sternhaufen und Helligkeitsschwerpunkt im Süden. Wir finden ihn, wenn wir von Betelgeuse her gesehen hinter einer Sichel aus fünf helleren Sternen nach einer markanten Sechsergruppe in Barrenform Ausschau halten. Nördlich davon steht (nicht mehr auf der Abbildung) der Weihnachtsbaum-Nebel mit dem Weihnachtsbaum-Sternhaufen.


AUFSUCHHILFE DREIECKSGALAXIE M 33


Weg zu M 33
                Dreiecksgalaxie

Dieser Weg führt vom Herbstviereck Pegasus mit Alpheratz über Delta Andromedae (rötlich - hier invertiert zu Blau) zu Beta Andromedae/Mirach (stark rötlich, hier blau). Von Mirach Richtung Hamal (im Widder) über ein markantes Dreieck und zwei markante, leicht gegeneinander versetzte, weniger helle Sternpaare zum 4-Sterne-Käfig, der M33, die Dreiecksgalaxie, umschließt.

AUFSUCHHILFE HANTELNEBEL M 27
AUFSUCHHILFE BÄRENGALAXIEN

Aufsuchkarte
                für die drei Bärengalaxien

Das Sternbild Großer Bär ist umgeben von drei Galaxien, die mit lichtstarken Ferngläsern bei günstigen Bedingungen als helle Flecke zu sehen sind: M 51, M 81 und M 101. M 51, die Strudelgalaxie, zeigt in Teleskopen ab 8'' schon ihre Spiralform. Sie ist verbunden mit NGC 5195. Wir kommen zu ihr von Alkaid, dem vordersten Deichselstern des Großen Wagens (Teil des Großen Bären), gut zu identifizieren über den benachbarten Doppelstern Mizar-Alkor. Sie liegt an der Basis eines fast gleichschenkligen Dreiecks, dessen Spitze zu Alkaid zeigt. Auf der anderen Seite von Alkaid, als Spitze eines Dreiecks mit der Basis Alkaid-Mizar, finden wir M 101, die Feuerrad-Galaxie. Auch sie zeigt im Teleskop die "klassische" Galaxien-Form, allerdings diffuser. Hilfreich ist es, auf die beiden fast parallelen, gegeneinander verschobenen Viererketten zu achten, die unterhalb von ihr liegen. Die Galaxie M 81 ist die größere der beiden Bode-Galaxien. Wir sehen sie schräg von der Seite. Zu ihr kommen wir vom Bären-Stern Dubhe über einige markante hellere Sterne. Zwei davon liegen nebeneinander auf einer 38-Grad-Achse zur Achse Dubhe-Muskida, M 81 liegt etwas vor diesen, leicht Richtung Sternbild Kleiner Bär versetzt.


AUFSUCHHILFE SOMBRERO-GALAXIE M 104

Aufsuchkarte zur
                    Sombrero-Galaxie

Eine sehr lohnende Galaxie, deren interessante Form allerdings erst ab 8'' erschlossen werden kann, auch wenn sie mit dem Fernglas schon zu ahnen ist. M 104 steht leider wenn sichtbar meist in Horizontnähe. Wir finden sie auf dem Weg von VV Corvi Richtung Zaniah (Jungfrau) nahe der Senkrechten von VV Corvi auf der Achse Spica-VV Corvi, bei einem markanten Haken aus zwei Sternpaaren.


GALAXIEN-TREKKING im Frühjahr

Überblick
                Galaxien-Trekking

Das Zentrum des Galaxien-Gebietes bei den Sternbildern Großer Bär, Löwe, Coma Berenices, Jungfrau, Jagdhunde, der Virgo-Galaxienhaufen mit mehr als 3000 Mitgliedern, liegt zwischen den Sternen Denebola (Löwe) und Vindemiatrix (Jungfrau). Rund um die Riesengalaxie M 87 (Virgo A) versammeln sich hier die Messier-Objekte M 49 (gleichfalls eine Riesengalaxie), M 58, M 59, M 60, M 61, M 84 (Markarian's Chain Anfang), M 86, M 88, M 89, M 90, M 91, M 98, M 99 (Coma Pinwheel) und M 100. Die im Kontext des Virgo-Haufens relativ hellen und ausgedehnten Galaxien M 58, M 87 (Virgo A) und M 99 (Coma Pinwheel) sind durch benachbarte hellere Sterne mit etwas Mühe im Fernglas als Lichtpunkte aufzufinden. Bei den anderen gehört eine kräftige Portion Findeglück dazu. "Lost in Space" wird hier erfahrbar. Und ehe uns die Hochgebirgs-Erschöpfung überwältigt, gehen wir zu den Bären-Galaxien, um uns zu erholen. Auch wenn wir nicht mehr sehen werden als die berühmten kleinen "Wattebäusche".

Galaxien-Trekking Messier



LAGUNEN-WANDERUNG im Sommer

Aufsuchkarte
                Lagunen-Nebel und andere Nebel


Von Juli bis September stehen einige Galaktische Nebel genügend weit über dem Horizont, um sie mit dem Fernglas betrachten zu können. Allen voran der Lagunen-Nebel M 8. Er steht zwischen Schütze und Skorpion, die hellen Sterne Nunki, Kaus Borealis und - etwas entfernter - Antares bieten Orientierung. Gleich oberhalb des Lagunen-Nebels steht der kleinere Trifid-Nebel M 20, weiter nördlich sehen wir den Omega-Nebel M 17 und den Adler-Nebel M 16. Zwischen Trifid-Nebel und Omega-Nebel prunkt der farbenfreudige Schütze-Sternhaufen M 24. Vom Offenen Haufen M 25 sehen wir im Glas nur wenige Sterne. Interessant ist auch der helle Kugelsternhaufen M 22, direkt neben dem rötlichen (hier invertiert blauen) 24 Sagitarii.


ALTAIR-WANDERUNG im Spätsommer/Herbst

Wanderung
                durch das Altair-Gebiet

Wir finden hier drei nette kleine Sternbilder, Fohlen/Equuleus, Delfin/Delphinus und Pfeil/Sagitta. Dazu die attraktive Konstellation Kleiderbügel/den - ungewissen - offenen Sternhaufen Cr 399 und den weniger gut sichtbaren Wildenten-Haufen/Wild Duck Cluster beim Stern Lambda Aquilae (Aquila/Adler). An Kugelhaufen finden wir zwischen Enif (Pegasus) und Delta Equulei den hellen, dichten M 15 und bei Sadalsuud (Wassermann) den etwas dunkleren Haufen M 2. Vom Sternbild Pfeil kommen wir bequem zum aufgelockerten Kugelhaufen M 71 und zum Hantelnebel M 27 an einer Senkrechten zum Pfeilschaft.


HAUFEN-TOUR im Herbst

Karte zur
                Haufen-Tour
In luftige Höhen führt uns die im Herbst gut anzugehende Haufen-Tour, von den Hyaden (150 Lichtjahre/LJ entfernt) in Horizontnähe über die Plejaden (395 LJ) und den Alpha-Persei-Haufen (560 LJ) zum Doppelsternhaufen Ha-Chi-Persei (6.800/7.600 LJ). Die Hyaden/Regensterne gruppieren sich bei ihrem "Hirten" Aldebaran. Die Plejaden/M45, sieben Nymphen der griechischen Mythologie, sind das nie erreichbare Ziel Aldebarans (dessen Name "Der Verfolgende" bedeutet). Der Alpha-Persei-Haufen um den gelben Überriesen Mirfak/Alpha Persei besteht aus blauen Sternen, die ein Sternentstehungsgebiet markieren. Die Mitglieder des Doppelsternhaufens Ha-Chi-Persei zeigen vor allem gelbe und rote Farbtöne.

Unsere Tour wird flankiert von den Offenen Sternhaufen M34 (Perseus-Haufen) sowie in Auriga/Fuhrmann M36 (Pinwheel Cluster) und M38 (Starfish Cluster), die ihrer geringen wahrnehmbaren Ausdehnung wegen für die Fernglas-Betrachtung wenig ergiebig sind.

Die Tour lässt sich auch im Winter machen, rückt dann aber in ihrem oberen Teil in die Zenit-Nähe und darüber hinaus. Das ist nicht gut für den Nacken.




WANDERUNG IN UND UM ORION im Winter

Aufsuchkarte
                Orion-Wanderung

Orion birgt einige lohnende Fernglas-Objekte und auch seine Nachbarschaft ist gut bestückt mit Zielen für eine ausgedehnte Wanderung am Himmel. Auffallend ist Orion zunächst durch seine beiden hellen Sterne Beteigeuze/Betelgeuse im Norden und Rigel im Süden. Dazwischen liegen die drei blauen Gürtelsterne Alnitak, Alnilam und Mintaka. Blau ist die dominierende Farbe in diesem Sternbild, siehe auch Bellatrix und Nair al Saif ("Helle des Schwertes" im Orion-Nebel), womit ein Sternentstehungsgebiet markiert wird. Allerdings besitzt Orion mit Beteigeuze auch einen der berühmtesten roten Überriesen (manchmal eher gelb). Beteigeuze und Rigel bilden zusammen mit Sirius das Winterdreieck. Orion zeigt uns in seinem Schwert den einzigen galaktischen Nebel, den wir im Winterhalbjahr mit dem bloßen Auge wahrnehmen können. Weniger gut sichtbar sind der kopfstehende Weihnachtsbaum-Sternhaufen und der Rosetten-Nebel, für die wir ein starkes Fernglas benötigen. Der Schürhaken des Sternbildes Kleiner Hund/Canis minor mit Procyon und die Hyaden um den Stern Aldebaran im Sternbild Stier sind weitere lohnende Ziele hier. Die Sternhaufen M41, M47 (in Puppis) und M50 bei Sirius fordern einiges Suchgeschick.