Gottesbilder

Hartmut Schönherr




Der Begriff "Gottesbilder" meint im allgemeinen Gebrauch inhaltlich gefasste Gottesvorstellungen, Konzepte einer Entität, die das jeweilige Glaubenskollektiv begründet. Diese können sich je nach Religion, Kulturkreis, Weltanschauung, politischem Framing, gesellschaftlichem Kontext und konkreter Aktualisierung erheblich unterscheiden, selbst da, wo vordergründig "der gleiche Gott" gemeint sei.

Daneben kann das Wort auch Abbildungen, bildliche Konkretionen einer jeweiligen Gottesvorstellungen benennen - wofür in der Regel allerdings Ausdrücke wie "körperliche Darstellung des Göttlichen" oder "bildliche Darstellung Gottes" verwendet werden.

Auf dieser Seite geht es primär um Konzepte. Abbildungen möchte ich dennoch einstreuen in dieses Webangebot, sie den Kurzessays zu Gottesvorstellungen beigesellen. Dem eingedenk, dass auch diese Bilder stets Konzepte stützen, kommunizieren, zur Grundlage haben.

Es geht auch nicht um die Darstellung eines komplexen ägyptischen, indischen, iranischen, griechischen oder germanischen Pantheons oder anderer Götterpluralitäten. Solche Darstellungen existieren bereits in teilweise herausragender Qualität, etwa die Darstellung von Erik Hornung zu den ägyptischen Gottesvorstellungen 1970, "Der Eine und die Vielen".

Für mich steht im Fokus entweder ein Prinzip, eine in den jeweiligen Götterpluralitäten sich durchhaltende oder aufscheinende Macht, Entität, Wesenheit - oder eine in einzelnen Gottheiten oder Gottesvorstellungen konkretisierte Konzeption des Numinosen. Ich beschäftige mich also mit einem Aspekt dessen, was Mircea Eliade die "Morphologie des Sakralen" nennt, ohne systematischen Anspruch, meinen eigenen Interessen und Erfahrungen folgend.

Die Abbildung rechts zeigt einen Druck aus der Hiob-Serie Gustave Dorés.






Echnatons Sonnengott

Echnaton gilt in der traditionellen Forschung als Begründer des Monotheismus.



"Mutter Erde" in der Atharvaveda

Die Atharvaveda ist eine Textsammlung des Hinduismus, die vor allem Zaubersprüche, Beschreibungen magischer Überzeugungen und Praktiken enthält. Kanonisiert wurde die Sammlung als 4. Veda zu Rigveda, Samaveda, Yajurveda erst im 3. vorchristlichen Jahrhundert, allerdings stammen die Texte oder die Vorlagen zu den Texten teilweise aus weit älteren Zeiten, bis zurück an den Beginn des 2. vorchristlichen Jahrtausends. Besonders interessant als einer der ältesten schriftlichen Belege matriarchaler religiöser Vorstellungen ist die "Hymne an die Erde", wie Kanda XII, Sukta 1, Mantras 1-63 der Atharvaveda in den deutschen Übersetzungen genannt wird (ich zitiere folgend nach Klaus Mylius, "Älteste Indische Dichtung und Prosa"). In diesem Text gibt es deutliche Hinweise auf den Bergbau, was nahelegt, dass er in der frühen indischen Eisenzeit entstanden ist, zum Ende des 2. Jahrtausends vor Christus. So heißt es im Mantra 35: "Was ich von dir, o Erde, ausgrabe, das soll schnell zuheilen. Laß mich, o Reinigende, nicht deine empfindliche Stelle, nicht dein Herz durchbohren!"

Die im Hymnus angesprochene "Erde" ("pṛthivī" - die Weite, das weite Land) ist weder eindeutig Schöpfung (natura naturata) noch eindeutig Schöpfungsprinzip (natura naturans). Angesprochen wird die Erde zunächst in ihrer konkreten Gestalt und Materialität - versehen mit Attributen eines nährenden, produktiven Prinzips. So wird sie im Mantra 17 explizit als "Mutter der Pflanzen" vorgestellt, an anderer Stelle (Mantra 10) als die Menschen ernährende "Mutter", noch expliziter als "Mutter Erde" ("pṛthivī mātā") im abschließenden Mantra 63. Daneben wird ähnlich bedeutungsvoll für den Erhalt des Lebens nur noch die "aufgehende Sonne" (Mantra 15) genannt, "Verbündeter" des Menschen (Mantra 33). Prajāpati, der androgyne Schöpfergott der Veden, soll die Erde für die Menschen freundlich machen - doch seine Funktion bleibt untergeordnet, es ist die Erde, "die alles im Schoße trägt" (Mantra 43). Prajāpati ist lediglich Supplement der Erde (Mantra 61). Ihr Gatte Parjanya, zuständig für den Regen, wird gleichfalls nur nebenbei gewürdigt (Mantras 12 und 42). Erwähnt wird auch Agni, die Feuergottheit, allerdings nur in den vermutlich nachträglich eingefügten Mantras 19 und 20. Alle Götternamen, selbst der Vishnus (Mantra 10), erscheinen lediglich enzyklopädisch eingestreut, ihre Träger sind der "Mutter Erde" deutlich untergeordnet. Auch wenn es einmal, in Mantra 7 heißt, sie werde von den "niemals schlafenden Göttern" beschützt, ist die Erde aus sich schöpferisch, selbst die Fähigkeit, das Schicksal zu beeinflussen, wird ihr zugesprochen (besonders Mantras 40 und 47). Bei den "früheren Völkern" seien Götter notwendig gewesen, um "die Dämonen" zu überwältigen (Mantra 5). Jetzt aber steht ganz offenkundig "pṛthivī mātā" im Zentrum für die Menschen. Sie wird gar verglichen mit der Göttermutter Aditi in ihrer Funktion für die Menschen (Mantra 61). Und dies kann durchaus als Akt der Emanzipation von überkommenen Göttervorstellungen angesehen werden. Ein paradiesisches Zeitalter verheißt diese "Mutter Erde", der nun "Tribute" gebracht werden (Mantra 62).

Hier begegnet uns eine Weltanschauung, die wenig zu tun hat mit dem, was wir aus den Brahmanas und den Upanishaden kennen. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass unter den Verfassern der Texte des Atharvaveda auch Frauen waren, während die Texte der Brahmanas (1000 bis 500 vor Christus) und der Upanishaden (750 bis 200 vor Christus) nach bisherigem Wissensstand ausschließlich von männlichen Angehörigen der beiden obersten Kasten, der Brahmanen/Priester-Gelehrten und der Kshatriyas/Krieger-Politiker, geschrieben wurden. Im Hymnus an die Erde geht es um ein gelingendes praktisches Leben - nicht um magische Rituale und Opfer, auch nicht um religiöse Spekulation.

Einige Anklänge gibt es zum Aton-Hymnus Echnatons, der am Sonnen-Gott Aton in verschiedenen Wendungen preist, dass er Schöpfer und Erhalter zugleich sei: "Deine Strahlen säugen alle Wiesen;/wenn du aufgehst, leben sie und wachsen um deinetwillen./Du erschaffst die Jahreszeiten, um alle deine Geschöpfe sich entwickeln zu lassen,/den Winter, sie zu kühlen,/die Sommerglut, damit sie dich spüren." (Übersetzung von Jan Assmann).

Textausgabe: Klaus Mylius (Hrsg.), Älteste Indische Dichtung und Prosa, Wiesbaden: VMA-Verlag, 1981



Brahman-Atman

Mircea Eliade unterscheidet in "Geschichte der religiösen Ideen", Band 1, Kapitel 75, vier Typen von Kosmogonien, die sich in den Veden finden: Befruchtung der Urgewässer, opferhafte Zerstückelung eines Ur-Riesen, Schöpfung aus einer das Nichts umfassenden All-Einheit, Scheidung von Himmel und Erde. Elemente dieser Konzeptionen, abgesehen von der Zerstückelung eines Ur-Riesen, finden wir auch in der Schöpfungsgeschichte des Alten Testamentes, der Genesis wieder. All diese Vorstellungen hintergeht die in einigen Upanishaden ab etwa 900 vor Christus entwickelte Konzeption des Brahman, der fortgeschrittenen Gestalt des "tad ekam" ("Das Eine", All-Eines") aus dem Rigveda 10.129 (Nāsadīya Sūkta, "Schöpfungshymne"), als identisch mit dem Atman, der Weltseele, als zugleich Ursubstanz und Schöpfung und Erhaltungsprinzip. Wobei das Atman als Individualseele in uns meditierend erfahrbar ist und weiters die Identität von Atman und Brahman.

Bereits die Chāndogya Upanishade, eine der ältesten Upanischaden, in der es um den kultischen Gesang geht, entwickelt in III, 14 die Identität von Brahman und Atman. "Brahman ist alles, was es hier gibt", er sei auch "mein ātman tief in dem Herzensinnern drin", "kleiner als die Feldfrucht-Körner" aber doch auch "breiter als die Erde, weiter als der Raum, der an das Firmament sie bindet" (III, 14,1-3). "So ruht mein ātman tief in dem Herzensinnern drin, als brahman allen Seins" (III, 14,4). In der vermutlich noch früheren Brhadāranyaka Upanishade gibt es eine lange Passage, III, 7,7-31, welche die Identität von Brahman ist der Brahman der, "dessen Leib die Erde ist und der diese von innen heraus überwacht", und er ist identisch mit dem "ātman, dem inneren Überwacher, dem Unsterblichen" in uns (III, 7,7-). Anders als die übrigen Vorstellungen des "tad ekam" ist hier Brahman nicht persönlich gefasst und nicht als abgetrennt von seiner Schöpfung existierend. Dies gilt allerdings nicht für alle Upanishaden, es werden vielmehr in den Upanishaden

Die Spekulationen um das Brahman und fortschreitenden Tendenzen zur Esoterik führten dann allerdings zu Konzeptionen, die das Materielle absondern von Brahman und damit auch von Atman.

haben ihren Höhepunkt erreicht in der Konzeption des Atman als "wahres Selbst", das sich nach dem Tod wieder mit Brahman verbinde - bei den Erleuchteten. Befreiung aus den Verstrickungen in der Materie.

Textausgabe: Walter Slaje (Hrsg.), Upanischaden. Arkanum des Veda, Ffm/Leipzig: Insel Verlag, 2009



Arthur C. Clarke – The Nine Billion Names of God

Der Physiker, Mathematiker und Astronom Arthur C. Clarke (1917-2008) las während seiner Kindheit auf einem englischen Bauernhof leidenschaftlich gerne amerikanische Science Fiction Literatur, wofür er sein ganzes Taschengeld opferte. Früh begann er mit dem Schreiben eigener SF-Erzählungen. Seine ersten professionellen Veröffentlichungen erschienen in „Astounding“ im Jahr 1946, so vor allem eine seiner erfolgreichsten Geschichten, „Rescue Party“. 1948 veröffentlichte er seine - indirekt - bekannteste Geschichte, „The Sentinel“, auf der Stanley Kubricks Film „2001. Odyssee im Weltraum“ beruht. „The Nine Billion Names of God“ schrieb er im Mai 1952.

Bis zum letzten Satz liest sich dieser Text wie eine Verhöhnung bigotter buddhistischer Mönche, die einer Wahnidee frönen, nämlich dem Plan, alle Namen Gottes niederzuschreiben, die sich aus einem Alphabet aus neun Buchstaben, über das wir nichts Näheres erfahren, bilden lassen – unter Beachtung einiger Regeln, von denen wir nur eine kennenlernen, nämlich die Regel, dass kein Buchstabe mehr als dreimal hintereinander erscheinen dürfe.

Der Lama des Klosters, das sich dieser Aufgabe widmet, reist in die USA, um bei einem Computerbauer zwei Rechner und das zugehörige Personal auf drei Monate zu leihen, damit die bislang händisch durchgeführte Arbeit beschleunigt werden könne. Denn ohne Rechnerunterstützung würde das Projekt etwa 15.000 Jahre benötigen, mit Rechner einige hundert Tage, trägt der Lama vor.

Zwei Computertechniker reisen dann nach Tibet, in die Berge des Himalaya, um das Projekt umzusetzen. Sie langweilen sich entsetzlich in der klösterlichen Abgeschiedenheit und erschrecken, als der Lama einem von ihnen das Resultat des Schreibprojektes offenbart: Sind alle Namen Gottes ausgeschrieben, endet die Welt. Für die buddhistischen Mönche eine Verheißung, für die beiden amerikanischen Techniker eine Bedrohung. Denn was wird geschehen, wenn die Verheißung nicht eintritt – wovon die nüchternen Amerikaner selbstverständlich ausgehen? Wird eine wütende Mönchsschar sie zur Rechenschaft ziehen? So machen die beiden sich unter Einsatz einer kleinen Manipulation am Rechner aus dem Staub, ehe der letzte Gottesnamen niedergeschrieben ist.

Erst im letzten Satz der Geschichte zeigt sich, dass der Autor auf der Seite der Mönche steht, dass die selbstbewußt aufgeklärten Programmierer bei ihm die Narren sind: Die Sterne erlöschen, als die beiden sich dem Flugzeug nähern, das sie sicher vor der erwarteten Rache der Mönche zurück in die Heimat bringen sollte: „Overhead, without any fuss, the stars were going out.“

1966 redigierte der Autor eine Sammlung seiner Kurzgeschichten, die den Titel „The Nine Billion Names of God“ trägt und mit unsere Erzählung beginnt. Jahrzehnte später schickte der Autor diesen Band (sowie seine Essay-Sammlung „Spring: A Choice of Future“) an den Dalai Lama, der ihm im Februar 1997 kurz und freundlich dankt und die titelgebende Geschichte als „particularly amusing“ heraushebt. Clarke bezeichnete diese Antwort in seinen „Collected Stories“ als „a charming response from the highest possible authority“. Zusammen mit anderen Äußerungen Clarkes lässt dies darauf schließen, dass der Autor die Geschichte durchaus auch theologisch ernst genommen sehen wollte, nicht in all ihren Konsequenzen, aber doch in den impliziten Erwägungen.

Clark rekurriert mit seinem Plot auf Vorstellungen der jüdischen Mystik, die im Freimaurertum aufgegriffen und in die christliche Mystik eingeführt wurden. In der Kabbalah begegnen uns verschiedene Konzepte, die mit einer bestimmten Anzahl an Gottesnamen operieren. Da sind zum einen die 10 Sefirot am Lebensbaum, denen 10 Eigenschaften und damit Namen Gottes entsprechen. Im 13. Jahrhundert leitete der spanisch-jüdisch-arabische Kabbalist Abraham Abulafia aus dem Buch Exodus 72 Namen Gottes ab, die jeweils durch eine Buchstabentriade gebildet sind. Sie entsprechen den 72 Engeln des Tanach, womit ein Aussprechen des Ha-Shem Ha-Mephorash, des vollständigen Gottesnamens, umgangen wird. Ist doch der vollständige Gottesnamen seit der Zerstörung des Tempels von Jerusalem tabuisiert.

Andere Vorstellungen arbeiten mit der Zahl 9 (3x3), womit wir nahe bei den buddhistischen Mönchen Arthur Clarkes sind, die mit 9 Buchstaben arbeiten und auf 9 Milliarden Gottesnamen kommen. Zweimal die 9 wählt die Autorin Zaynab Khamehi für ihr 2008 beim Patmos-Verlag erschienenes Buch "Die 99 Namen Gottes", das von Gottesbezeichnungen und -charakterisierungen im Koran ausgeht und dazu Parallelstellen aus den Schriften von Judentum und Christentum anführt.



Kybele

Bachofen



Der gehörnte Gott

Margret Murray
Gustav Roskoff, Die Geschichte des Teufels

Clarke, Ende der Kindheit



Die himmlische Hochzeit




Echnaton


"Die arabische Wüste ist von zerbrochenen Gottesvorstellungen umsäumt." So heißt es im "Buch Franza", dem unvollendet gebliebenen Roman Ingeborg Bachmanns über ein Geschwisterpaar, das auf einer Ägyptenreise sein Heil sucht. Angesprochen wird im Buch auch wiederholt der Mythos von Isis und Osiris, des göttlichen Geschwisterpaars, das gemeinsam Horus zeugte, der als Schutzgott der Pharaonen galt.



Ahura Mazda - der erhaltende Gott




Buddha

Buddha selbst hat sich nie als Gott angesehen, sondern lediglich als Guru, Lehrer, der nach dem Erreichen der Erlösung den Weg dahin anderen vermitteln wollte. Dass er indes zu einem Gott gemacht wurde durch seine Anhänger verweist auf ein Desiderat, das ich hier skizzieren möchte.



Jesus Christus

Die Jesus-Vorstellung ist eine der großartigsten Konzeptionen, die kulturgeschichtlich zur Verhaltensregulation entwickelt wurde. Ihr Kern besteht aus drei Elementen, die ich benennen möchte als "Nullstellung", "Liebe" und "Utopie". Klassisch können wir darin das "Glaube, Liebe, Hoffnung" sehen.

Hier soll das in Jesus Christus gefasste Konzept, gegen den Strich der christlichen Theologie, abseits aller Trinitätsdiskurse, gelesen werden als ein für sich stehendes Gottesbild. Die Untersuchung gilt dabei vor allem vier Aspekten des Jesus Christus: Verletzlichkeit, Humanismus, Leiblichkeit und Individualismus. Diese Aspekte sind eng korreliert, insofern natürlich die Leiblichkeit auch Verletzlichkeit mit sich bringt und dieses Gottesbild in besonderer Weise - über den Leib als menschlichen - mit den Anliegen der Menschheit und den Grundlegungen des Humanismus als Weltanschauung, die auf Individualität basiert, verbindet.

Die für mich erstaunlichste Leistung des Christentums ist es, abzurücken von dem vorgängigen übermächtigen, substantiell nicht affizierbaren (bestenfalls in "Zorn" zu bringenden) Gott hin zu einem Gott, der dem Zyklus von Werden und Vergehen unterworfen ist, der verletzlich ist, der hingerichtet werden kann und leiden. Auch wenn dies nur ein Aspekt ist, der aufgehoben wird in der Trinität, in der Auferstehung scheinbar negiert: Hier zeigt sich ein Ansatz, der für die Erfolgsgeschichte des Christentums in der Neuzeit von entscheidender Bedeutung wurde und sein Überleben auch unter dem Ansturm der Theodizee-Frage, die seit dem Erdbeben von Lissabon nicht mehr verstummt, sicherte. Ein Gott, der selbst leidet, verliert seine Glaubwürdigkeit nicht, wenn er Leiden Unschuldiger zulässt.

Der Arianismus wollte diesen Stachel aus dem Fleisch des Christentums ziehen. Doch das Christentum hätte nie seine Eigenständigkeit erreicht, die Menschheit wäre eine andere geworden. Wären der Menschheit auch die Judenpogrome erspart geblieben, wenn das Christentum eine Spielart des Judentums geworden wäre? Wohl kaum, es hat erbarmungslose Kriege in der Auseinandersetzung von Katholizismus und Reformation gegeben.

Nun kann eingewendet werden, dass auch von den griechischen Göttern zahlreiche aus einer Verbindung der obersten Gottheit, des Zeus, mit einer sterblichen Frau entstanden sind.

Der evangelische Theologe Ingo Baldermann hat sich dem Thema des "leidenden Gottes" zeitlebens gewidmet. Er vertritt gar die Auffassung, dass auch das Alte Testament in der hebräischen Urform keinen allmächtigen, dem Leiden enthobenen Gott kenne. Darüber mögen die Theologen sich streiten. Fakt ist, dass das Bild vom allmächtigen Vater-Gott zu einem der wirkmächtigsten in der abendländischen Kulturgeschichte wurde und dass es mit dem Alten Testament verbunden wird.

„Warum ich kein Christ bin.“ – Bertrand Russell

Individualismus: Schleiermacher und Kierkegaard




Joachim von Fiore - irdisches Paradies (- Quäker)



Ich ist Gott


Schleiermacher/Spinoza/Schopenhauer - Atman-Brahman

Deutscher Idealismus

Nietzsche Baudelaire

Vergottete Subjektivität der Moderne